Marketing für UOSSM

Kerstin Kleinhaus hat an der HTW Berlin ihren Master abgeschlossen. Mit der Hochschule steht sie immer noch in Kontakt: Studierende haben PR-Konzepte für die Hilfsorganisation entwickelt, für die Kleinhaus jetzt arbeitet.

Vor gut einem Jahr hat Kerstin Kleinhaus ihren Master im Studienprogramm „International and Development Economics“ an der HTW Berlin gemacht. Nun kümmert sie sich als COO – kurz für Chief Operating Officer – um die Fördermittelakquise und die Öffentlichkeitsarbeit der Hilfsorganisation UOSSM Germany. UOSSM bietet in Syrien medizinische Unterstützung, betreibt vor Ort Krankenhäuser sowie psychosoziale Beratungszentren. Im Fokus steht der Wiederaufbau des syrischen Gesundheitssystems durch einheimisches Fachpersonal, darunter Ärzte, Krankenpfleger, Psychologen und Gesundheitsmanager.

Weltweit hat UOSSM acht Dependancen. Den Anfang machte 2012 das Büro in Paris. Die Eröffnung der Niederlassung in Berlin 2017 war gleichzeitig Kerstin Kleinhaus' Berufseinstieg. Die größte Herausforderung bei ihrer täglichen Arbeit: der Kampf gegen das Vergessen. Denn je länger der Krieg in Syrien andauert, desto weniger interessieren sich die Deutschen dafür. Weiter Aufmerksamkeit für dieses seit mittlerweile sieben Jahren omnipräsente Thema zu generieren, ist eine schwierige Aufgabe – gerade für Kerstin Kleinhaus, die Entwicklungsökonomin ist und keine Marketingfachfrau.

Ein Praxisprojekt mit Studierenden, die etwas von PR-Konzepten verstehen, lag daher auf der Hand. Und so organisierte Stefanie Molthagen-Schnöring, Professorin im Studiengang Wirtschaftskommunikation, ein Blockseminar, in dem Studentinnen und Studenten die Zielgruppen von UOSSM Germany analysierten, Stärken und Schwächen untersuchten und daraus Ideen für eine Kommunikationsstrategie entwickelten. „Die Präsentationen haben meine Erwartungen übertroffen. Die Studierenden haben wirklich spannende Ansätze entwickelt, z.B. wie Patenschaften zwischen deutschen und syrischen Medizinern angebahnt werden können oder wie man Studierende für eine ehrenamtliche Mitarbeit gewinnt“, fasst Kerstin Kleinhaus zusammen.

Kleinhaus und Molthagen-Schnöring kennen sich von „Herkunft Zukunft“, der studentischen Konferenz zu Flucht, Migration und Integration an der HTW Berlin. Stefanie Molthagen-Schnöring hat „Herkunft Zukunft“ ins Leben gerufen, Kerstin Kleinhaus war die Preisträgerin des Best Lecture Awards der ersten Herkunft-Zukunft-Veranstaltung. Damals überzeugte sie mit ihrer Präsentation zu ihrer Masterarbeit, in der sie sich mit der finanziellen Situation geflüchteter Syrer in Berlin auseinandersetzte. Als Kleinhaus als Gast die zweite Auflage von „Herkunft Zukunft“ besuchte, kamen beide ins Gespräch.

Daraus entstanden ist ein Studienprojekt mit Vorteilen für beide Seiten: Stefanie Molthagen-Schnöring und ihre Studierenden konnten „echte“ Marketing-Konzepte liefern. Und Kerstin Kleinhaus freut sich über praktikable Ideen, die sie hoffentlich schon bald in ihre Arbeit als COO einfließen lassen kann.