FB4 Preis für gute Distanzlehre SoSe 20

Preisträger_innen

Der Fachbereichsrat des Fachbereichs Informatik, Kommunikation und Wirtschaft hat in seiner Sitzung am 1. Juli 2020 das außergewöhnliche Engagement einiger Professor_innen und Lehrbeauftragter für die Distanzlehre durch den "FB4 Preis für gute Distanzlehre" gewürdigt. Vorschläge für den Preis wurden durch eine Befragung der Studierenden ermittelt, für die mehrere Hundert Vorschläge eingingen. Die Auswahl trafen die Studierenden der Fachschaft. 

In der Gruppe Professor_innen erhielt Prof. Dr. Katarina Adam den Preis. Die drei Nominierten waren:

1. Prof. Dr.-Ing. Katarina Adam (WIW)

  • sehr gute Kommunikation und Organisation
  • Eingehen auf die Bedürfnisse der Studierenden (Kritikfähigkeit, Flexibilität)

2. Prof. Dr.-Ing. Hendrik Gärtner (AI)

  • frühzeitige Verfügbarkeit und sehr gute Qualität der Materialien
  • Betreuung der Studierenden und Weitergabe von Informationen

3. Prof. Dr. Debora Weber-Wulff (IMI)

  • sehr guter Umgang mit Software und Methoden der Online-Lehre aufgrund von Erfahrung
  • motiviert die Studierenden

In der Gruppe der Lehrbeauftragten gewann Jasmin Leutelt den Preis für gute Distanzlehre. Die Nominierten waren: 

1. Jasmin Leutelt (WiKo)

  • kreative alternative Prüfungsleistungen
  • einbeziehen von Feedback der Studierenden in die Lehrveranstaltung

2. Henning Müller (IMI)

  • Möglichkeit für Studierende ohne Benotung regelmäßig Wissensstand zu prüfen
  • Kontaktmöglichkeit für Studierende auch untereinander in freiwilligen Webcamrunden an Anfang und Ende der Veranstaltung

3. Thomas O Meara (FS/IMI)

  • sehr gute online Gruppenarbeiten, Möglichkeit andere Studierende kennen zu lernen
  • fairer Zeitaufwand

Prof. Dr. Katharina Adam über Ihre Erfahrungen mit Distanzlehre

Zunächst möchte ich mich ganz herzlich für die Auszeichnung bedanken – es ist Motivation und Verpflichtung zugleich.

 Kontinuierliche, sehr engmaschige Kommunikation hat mir geholfen, den Kontakt zu den Studierenden nicht zu verlieren.

Diese Art des Mikro-Managements beinhaltete neben den Lern-Videos, die die Studierenden herunterladen konnten, viele kleine Übungsaufgaben. Die Lern-Videos habe ich maximal 30 min lang gemacht – mehr Inhalt lässt sich einfach nicht verarbeiten. Die Übungsaufgaben bezogen sich auf die Lerneinheiten und damit war eine direkte Anwendung möglich. In den Live-Sessions habe ich dann mit den Studierenden die Übungsaufgaben besprochen und mich bemüht, es nicht zu einer Ergebniskontrolle sondern vielmehr zu einer Besprechung, wie der Weg zu dem Ergebnis aussieht, werden zu lassen. Use Cases, an denen die Studierenden arbeiten mussten, förderten den eigenständigen Lernanteil.

 Meine Erkenntnisse aus dem Semester sind für mich: Es ist nicht immer einfach, den Spagat zwischen guter Betreuung und zu engmaschigen Mikromanagement zu halten. Ich versuche daher, im nun folgenden Wintersemester dem eigenständige Lernen noch mehr Raum zu geben. 

Prof. Dr. Weber-Wulff über Ihre Erfahrungen mit Distanzlehre

It's great that good teaching is being recognized at the HTW, and I am honored to be named for my work in the summer term 2020. I've been dabbling in e-learning for over 20 years, starting when I was working with the "VirtuelleFachhochschule" (https://www.vfh.de/) in the 90s.

I have been teaching a course on how to construct e learning units in the International Media and Computing program (IMI) at the HTW Berlin for manyyears, it is now offered in the Master's program (https://people.f4.htw-berlin.de/

But instead of experimenting here and there with distance education scenarios, the corona virus threw us all into full-time distance education!

Here are a few of my observations about the summer term2020, I have more linked from my home page (https://people.f4.htw-berlin.de/~weberwu/classes/Teaching-Ideas.shtml).

Positive

  • Since we already had Moodle in use at the HTW and I normally use it extensively, I just had to put up a few more things, like a link to the video conference room so people don't forget where we meet.
  • The HTW has a media archive, but it was VERY slow. The computer center people managed to scale up the service relatively quickly, now that everyone was using it, which was such a relief.
  • The students were mostly very enthusiastic about our experiments. There were acutally more people attending the lectures towards the end of the semester than usual. It seems that not having to commute and wanting to have contact with their fellow students were important drivers for this.
  • The lab engineers went into overdrive setting up new tools and preparing the workstations with the expensive software so that they could be accessed remotely. That was such a tremendous help!
  • The administration did a great job of accepting digital workflows where we had been stuck for years in old, paper-based processes. I hope this continues.
  • Experimentation was encouraged, so my colleagues and I tried out some video conference based final oral exams. That worked really well - maybe we'll keep this up for special cases.

Negative

  • It is exhausting teaching only at a distance! You have to over-communicate, as you are missing the face-to-face component. Sometimes you have to repeat yourself five times to make sure everyone gets it!
  • Only having a break of 15 minutes between classes is not enough, especially if the video conference systems needs 13 minutes to render the past class.
  • There are so many tools out there, you can despair about finding one that does exactly what you want. So many systems boast functionality that is technically there, but extremely difficult to actually use during instruction.
  • Our old ways of evaluating learning (i.e. exams) don't work at a distance, we need new ideas.
  • It was difficult not being able to use my office, I think the HTW overreacted a bit here. Keep the students home, that's great, but please let us use our offices and labs without having to register and have the door opened for us by the security people.

Distance education is not just about technology. It is a question of how you build a relationship with (new) students and manage to spark their interest in your topics. And when dealing with technology in any situation, it is good advice to always have a Plan B.

Dozentin Jasmin Leutelt über ihre Erfahrungen mit Distanzlehre

Für mich war es das erste Mal, dass ich Online-Lehre gegeben habe. Dabei habe ich u.a. gelernt das Online-Tool Zoom ausgiebig zu nutzen - und zwar nicht nur für die Online-Vorlesungen und Übungen, sondern auch für zusätzliche „1:1- Sprechstunden“.

Besonders gut gelungen ist meiner Meinung nach das interaktive Lernen in den Breakout-Groups von Zoom, das Etablieren von "Nähe" dadurch, dass ich sichtbar war und auch einige Studierende für mich sichtbar waren, der Fokus auf die wesentlichen Inhalte in deutlich kürzerer Zeit und somit keine inhaltliche Überfrachtung und Überforderung der Studierenden, der Transfer und damit verbundene Anpassungen vieler Übungen ins Digitale und das iterative Anpassen des inhaltlichen Umfangs und der semesterbegleitenden Prüfungsleistungen.

Die Rückmeldung meiner Studierenden auf die semesterbegleitenden Übungen und insbesondere auf die Challenge hat mich darin bestätigt, dass auf diese Weise Lernen nachhaltiger geschehen kann. Nicht so gut gelungen ist es, breite Diskussionen zu etablieren. Meist blieb es bei einigen engagierten Studierenden und im Gegensatz zur Präsenzlehre kann ich mich nur an einzelne Studierende, maximal an ein Drittel meiner Studierenden namentlich und vor allem namentlich mit Gesicht erinnern. Auch gab es deutlich mehr Anfragen und Austausch via E-Mail.

Im kommenden Semestern möchte ich noch einige Dinge ändern - u.a. ein Whiteboard für die Übungseinheiten nutzen, noch weniger Online-Frontalunterricht halten, sondern mehr Raum für Fragen und Diskussion geben und daher die Lehrinhalte in "Wissenshäppchen" per Video-on Demand-Einheiten erstellen, so dass jeder Studierende zeit-und ortunabhängig entscheiden kann, wann er sich diese anschaut.